Dienstag, 31. Januar 2012

Marokko: Großstädte, Meer, Schnee, Sahara und Oasen

2 deutsche Jungs und 2 österreichische Mädls beschlossen noch einen letzten Ausflug zu machen. Von Valencia fliegt Ryanair einige Destinationen an - also haben wir uns Flüge nach Marrakesh, Marokko gebucht.


das Dreamteam: Nico, Manuela, Ich und Malte

Am 21.1.2012 landeten wir in dieser Großstadt. Zum Glück haben wir uns im Vorfeld bereits ein Taxi zum Hostel bestellt - selbst hätten wir das Hostel nie gefunden. Der Stadtkern von Marrakesh besteht aus lauter kleinen, engen, verschlungenen Gassen, in denen sich kleine Geschäfte befinden. Auf der Straße selbst stehen Tische mit zum Verkauf angebotenem Essen, dazwischen fahren Eselkarren und Mofas, Kinder spielen Ball und Katzen suchen Futter. Menschen in Kutten streiten über Preise oder plaudern quer über die Straße von einem Geschäft zum anderen. Und wir in der Mitte von all dem Trubel. Das war zu Beginn ein ganz schöner Kulturschock! Noch dazu fallen wir eindeutig als Touristen auf, was die Einheimischen noch mehr dazu ermutigt uns ihre Waren verkaufen zu wollen.



Nach zwei Tagen in Marrakesh haben wir uns eine dreitägige Tour gebucht. Am ersten Tag fuhren wir mit einem Minibus und unserer kleinen Reisegruppe über die verschneiten Berge des Atlas-Gebirges bis zu Oasen in der Steinwüste dahinter. Wir wanderten durch Täler und sahen uns eine verlassene Stadt an, die jetzt als Kulisse für Filme (Gladiator, die Mumie, Alexander, Prince of Persia, ...) verwendet wird.

verschneite Berggipfel
Geschlafen haben wir in einem wunderschönen Hotel, das nur einen Nachteil hatte - es gab keine Heizungen. Dank der marokkanischen Bauweise hatte es in unserem Zimmer knackige 5 Grad. Ich sage euch - es ist nicht lustig bei solchen Temperaturen zu schlafen.

Am nächsten Tag fuhren wir durch weitere Dörfer, sahen uns ein typisches Nomadendorf an und erfuhren, wie Teppiche aus Kamelhaar hergestellt werden.


Von einem der Nomadenstände verhandelte ich hart, bis ich diesen wunderschönen Rosa Naturseidenschal hatte. Der Verkäufer war superhappy, weil ich ihm auch noch einen Haargummi für seine Tochter geschenkt hab - also zeigte er mir gleich, wie man das Tuch zu einem Turban bindet, damit ich in der Wüste nicht so sandig werde:



Am Nachmittag kamen wir endlich in Merzouga am Beginn der Sahara an, wo wir mit dem Minibus nicht mehr weiterfahren konnten. Also stiegen wir auf Kamele um und ritten 90 Minuten durch die Wüste ehe wir hinter der siebenten Düne von rechts unser Zeltlager erreichten.



Die Dünen in dem Bereich sind bis zu 150m hoch und hinaufwandern ist ein wahrer Kraftakt. Man muss recht schnell sein, da man immer wieder hinunterrutscht - ein Schritt hinauf - 2/3 wieder hinunter. Wir gingen gleich zwei Mal auf die höchste Düne - einmal noch bei Licht, das andere Mal nach dem Abendessen. Der Sternenhimmel war unbeschreiblich toll. Wir lagen nachher bestimmt noch eine Stunde auf einem Teppich im Camp und sahen in den Himmel. Ein paar Sternschnuppen waren auch dabei.



Am nächsten Morgen ging es bei Sonnenaufgang wieder zurück zum Minibus. Viel geschlafen haben wir eh alle nicht, obwohl es mit drei Decken in dem Zelt sogar ein paar grad wärmer war, als in der Nacht zuvor :)



Der dritte Tag der Tour bestand eigentlich nur aus der Rückfahrt nach Marrakesh, die etwa 10 Stunden dauerte. Als wir über den Atlas fuhren wurde unser Fahrer schon ein bisschen nervös und trieb uns an schnell zu sein. Oben schneite es kräftig und wir wollten runter ins Tal, bevor Straßen gesperrt werden müssen.

Die verbleibenden Tage verbrachten wir dann in Essaouira - einer kleinen Stadt an der Atlantikküste von Marokko. Sie ist etwas ruhiger als Marrakesh aber noch immer eindeutig arabisch.



Am 28.1.2012 flogen wir früh morgens von Marrakesh wieder nach Valencia zurück. Obwohl die Reise super war und wir unglaublich viel Spass hatten, war ich froh darüber. Wenn man in einem solchen Land ist merkt man erst, dass man ganz einfache Bedürfnisse hat - eine saubere Toilette, eine heiße Dusche und irgendetwas zu essen, was nicht immer nach dem selben Gewürz schmeckt. So einfach kann man mich glücklich machen :)

Ich habe in der Woche wieder viel gelernt, mein Französisch aufgebessert, sehr schöne Fotos gemacht und viele lustige Geschichten zu erlebt, die ich erzählen kann.

Hier noch die Karte mit ein paar Punkten unserer Route:
A = Marrakesh
E = Merzouga und der Anfang der Wüste
F = Essaouira am Atlantik

Freitag, 20. Januar 2012

ich packe meinen Rucksack mit ...

Gerade hab ich ausgerechnet, dass ich noch 60 Stunden in Valencia bin. Oh mein Gott: 60 Stunden zu je 60 Minuten zu je 60 Sekunden. Das ist nicht mehr viel Zeit. Noch dazu sind die Stunden aufgeteilt auf 2x30 Stunden. Ja genau - in 30 Stunden fliege ich nach Marokko! Zu viert fliegen wir nach Marrakesh, wollen auf Kamelen reiten, in der Wüste in einem Zelt übernachten, Dünen hinauflaufen und durch einen Basar gehen. Ich freue mich schon wahnsinnig darauf, das einzige, was meine Freude derzeit noch ein bisschen bremst ist, dass ich morgen (Fr) noch meine letzte Klausur habe.

Mittwoch hatte ich bereits den finalen Test in "Artificial Intelligence", der im Prinzip aus 3 Stunden Programmieren, Rechnen und Graphen zeichen (und das alles auf Papier) bestand. Ganz schön hart muss ich zugeben. Der Test morgen wird ähnlich. "Computer Graphics". Seit ein paar Tagen lerne ich schon dafür, heute habe ich fast nichts anderes gemacht als 3D Objekte in Koordinatensystem hin und herzudrehen, Szenen zu berechnen, Lichtquellen hinzusetzen und Farben von Punkten mit Schatten zu berechnen, Bits auszumalen ... und nein - nicht am Computer - alles per Hand! Mein Mathelehrer wär stolz auf mich =)

nach dem Test sollt ich dann mal meine Tasche packen ... viel sollte ich nicht brauchen, wir sind nur 7 Tage unterwegs. Trotzdem muss ich mit meinem Rucksack und 1/4 einer Reisetasche mit 15kg auskommen. Wird eine Herausforderung, dennoch muss ich sagen, dass ich auch 3 Nächte Paris nur mit Handgepäck sehr gut überlebt habe. Je mehr man reist, desto eher erkennt man, dass man weniger benötigt, als man denkt.


In dem Film "up in the air" spricht George Clooney immer von einem "Rucksack", den wir alle mit all unseren Sachen herumtragen. Als ich im August nach Valencia ging habe ich auf einen Schlag meinen Rucksack um ein vielfaches verkleinert - und bin glücklicher als zuvor.



Das ist eine Sache, die ich mir dann auch in Wien zu Herzen nehmen werde - mich von unbenötigten Sachen trennen. Da ich einen großen begehbaren Schrank habe, passt da seeeehr viel Zeug hinein. Ich bin mir sicher, dass ich 25% der Sachen nicht mehr anziehe bzw. sie mir eh nicht mehr passen. Und wenn ich so nachdenke - ich könnte bestimmt 2-3 Monate überleben, ohne Wäsche zu waschen. Socken und Unterwäsche wäre wohl das erste, was mir ausgeht.

Natürlich bezieht sich diese Metapher nicht nur auf Gewand, jeder hat andere Sammelleidenschaften. Bei manchen sind es Fotos (die zum Glück digital keinen Platz brauchen), bei andern Uhren, Schuhe, Taschen, Figuren, ...
Der am schwersten loszuwerdende Ballast sind aber immaterielle Dinge wie Bindungen zu Menschen, die wir aus verschiedenen Gründen nicht mehr aufrecht erhalten können. Sei es, dass die Person verstorben ist, dass man sie nicht mehr zum Freundeskreis zählen kann, oder eine ehemalige Liebe. Wenn wir es nicht schaffen nach einer gewissen Trauerphase loszulassen, tragen wir diesen Ballast mit uns herum - und der wiegt mehr als ein Paar Schuhe. Das Gewicht zieht uns runter, wir können nicht mehr unbeschwert durchs Leben hüpfen und uns erhobenen Hauptes neuen Herausforderungen stellen.

In diesem Sinne: leert eure Rucksäcke ... werdet glücklicher mit dem Rest, der überbleibt, das ist dann der wichtige Kern.

Mittwoch, 11. Januar 2012

Paris - tres magnifique

Am 7. Jänner nach drei Flügen quer durch Europa kam ich endlich in Paris an. So lange hatte ich mich schon darauf gefreut!

Gleich nach der Landung bekam ich eine SMS von Alexandra, ich soll doch in eine bestimmt Bar kommen, wo sie, Aaron und eine französische Freundin sind. Zum Glück war ich nur mit Handgepäck unterwegs - also ab in die Metro und zu der Bar. Diese befand sich in einer ziemlich coolen Gegend, wo es eigentlich nur junge Leute gab und jede Menge Bars, Cafés und Tanzlokale.

Bereits an diesem Abend hat sich ein Klischee über Franzosen als wahr herausgestellt. Kam doch tatsächlich ein Bursch mit einer roten Rose zu mir und wich nicht mehr von meiner Seite. Aaron, Alexandra und ich hatten unseren Spass mit ihm =)

Nachher ging es dann endlich Richtung Bett. Hotels in Paris sind leider seeeeehr teuer, deshalb haben Alexandra und ich ein kleines 2* Zimmer mit Bad am Gang gehabt. Zum Schlafen aber wunderbar.

Am nächsten Tag fuhren wir zum Schloss Versaille und auf den Eiffelturm hinauf. Wenigstens das Anschauen von Sehenswürdigkeiten ist in Paris billig, solange man EU Staatsbürger und unter 25 ist.

Hier ein paar schöne Bilderchen zum Anschauen:
Spiegelsaal im Schloss Versaille


Alexandra und ich am Eiffelturm

zu jeder vollen Stunde in der Nacht glitzert er für 5 Minuten!!! unglaublich schön!

danach fuhren wir zum Moulin Rouge, zum Sacre Coeur und endeten schließlich in einem Irish Pub.




Leider musste Alex bereits am nächsten Tag nach Hause fliegen, deshalb lief ich alleine durch die Stadt. Zuerst zu Notre Damme, dann ein bisschen über die Seine Inseln spaziert, Rathaus und Centre Pompidou angesehen.




Weiter ging es mit 284 Stufen und drei weiteren Stockwerken, die zur Aussichtsplattform auf den Arc de Triomph hinaufführten. Ich hatte Glück und es war so sonnig (oder mir war vom Stiegensteigen noch so heiß =)) dass ich nicht mal eine Jacke brauchte. Ich bin dann die Champs Elysee hinunterspaziert und später beim Louvre gewesen.


Im Hintergrund sieht man "La Defense" mit dem Grande Arche in der Mitte


Mittags beschloss ich in mein Lieblingsviertel von Paris zu fahren - La Defense. Dieses Büroviertel ist so gebaut, dass oberirdisch alles zu Fuß begehbar ist, zahllose gläserne Hochhäuser befinden sich an beiden Seiten dieses riesengroßen Plateaus. Unterirdisch fahren alle Autos, Züge und die Metro. Ich war abends dann noch einmal dort. All die Anzugträger waren weg, nichts war mehr von dem geschäftigen Treiben untertags zu sehen. Beinahe alleine konnte ich durch die Hochhäuser spazieren.





 
Ich hab mich dann in ein schönes Hotel eingecheckt, das ich leider am nächsten Tag viel zu früh verlassen musste um zum Flughafen zu fahren. Aaaaber - sobald ich in Valencia ankam war ich überglücklich und als ich mein Zimmer betrat fühlte es sich sooo schön nach zu Hause an.

I Valencia

Montag, 19. Dezember 2011

Abschiedsfeiern und Lernstress

Ist es wirklich schon Dezember? Ist tatsächlich in ein paar Tagen Weihnachten? Die einzigen Indizien, die darauf hindeuten, sind die Weihnachtsbeleuchtung und die Werbungen, was man wem schenken soll.

Auf dem nächsten Foto sieht man eine beleuchtete Straße - allerdings nicht für Weihnachten, sondern für die Fallas (großes Fest im März) ... hmm ... ich kann euch nicht beantworten warum ... ich gebe einfach mal die spanische Antwort "porque no?" (=warum nicht?)



Wettertechnisch sieht es hier auch eher aus, wie im März in Österreich - in der Nacht durchwegs kühl, untertags in der Sonne aber um die 20 Grad, d.h. je nach Bewegungslevel T-Shirt oder Pulliwetter. Letztes Wochenende war ich im Shirt auf der Strandpromenade Longboarden, Freunde von mir haben tatsächlich noch Freude dabei gehabt im Meer zu baden.

Nichts desto trotz, haben wir gerade mal eine Woche bis Weihnachten. Einige meiner Freunde, nämlich diejenigen, die im Jänner keine Tests mehr haben, packen bereits ihre Koffer um nach Hause zu fliegen und Valencia hinter sich zu lassen. Andere packen Koffer für Weihnachten, einige wenige bleiben hier. Die Abschiedsfeiern beginnen, wir sitzen bei Tee und spanischen Süßigkeiten zusammen und sinnieren über die schöne Zeit hier.

Es ist sehr traurig manche Leute herzugeben, wir sind in den letzten Monaten doch sehr stark zusammengewachsen. Trotzdem haben wir keine Zeit uns pausenlos zu sehen und die letzten Tage zu genießen, weil uns da die Uni einen Strich durch die Rechnung macht. Ich selbst habe eine Projektabgabe untertags  und einen recht schwierigen Test am Montag Abend und tatsächlich am 23.12. um 8.30 in der Früh meinen letzten Zwischentest ...

Immer weniger SMS kommen Abends, ob man weggehen möchte, man findet die Leute eher online im Facebook Chat und versucht sich gegenseitig zum Lernen zu motivieren. Ich hoffe wir alle schaffen unsere Tests und überzeugen die Lehrer bei den Projektpräsentationen.

Trotzdem habe ich es geschafft ein Basketballmatch und ein Fußballspiel im Stadion anzusehen. Beide Male hat Valencia gewonnen *yay* :)


Am 23.12. um 17.45 hebt mein Flieger von hier ab um mich erst nach Palma de Mallorca und dann nach Wien zu bringen, wo ich etwa um 23.05 ankommen sollte. Ich hoffe ich überlebe die mitteleuropäische Kälte =)

Mittwoch, 30. November 2011

Ausflug nach Requena

Am Samstag letzte Woche plante ESN (=Erasmus Student Network) einen Ausflug nach Requena. Eine Freundin hat mich überredet mitzukommen. Also stand ich brav um 9.30 vor der Uni und wartete auf den Reisebus. Von der einstündigen Fahrt hin hab ich nicht sehr viel mitbekommen, weil ich aufgrund der Geburtstagsfeier am Vorabend etwas übermuedet war und im Bus weitergeschlafen habe.

Dort angekommen ging es erstmal zu einem Weingut. Ein Mann, um die fünfzig stand vor uns, in Deutscher ArmeeJacke und erzählte uns von dem Wein, den er produziert. Er führte uns durch die Räume und wir konnten den ganzen Prozess vom Ausquetschen der Trauben bishin zum Versehen der Flaschen mit Etiketten ansehen. Das interessante bei der Sache war, dass er es 1) sehr gut auf Englisch erklärte und 2) der Prozess ein paar Besonderheiten aufwies, die wir von der anderen Weingutbesichtigung im September noch nicht kannten.


Nach dem Besichtigen der Räumlichkeiten gab es eine kleine Verkostung. Um 11:00 in der Früh Wein trinken halte ich für gaaar nicht sinnvoll, also hab ich mich da mal rausgehalten und nur daran geschnüffelt =)



Im Anschluss fuhren wir mit dem Bus nach Requena Stadt. Stadt ist vielleicht ein übertriebener Begriff - es ist mehr ein kleines Dorf. Allerdings gibt es dort eine sehr hübsche Burg, die wir bei der Stadtführung sahen. Außerdem ist die Stadt für ihre Höhlen bekannt. Die Innenstadt liegt nämlich auf einer Anhöhe, die alten Häuser hatten dort früher alle ihre privaten Höhlen. Hört sich strange an - ist es auch. Tatsächlich ist es aber so, dass sich unter dem Hauptplatz ein großes Höhlensystem befindet. Die Bewohner wussten das zu nutzen und bauten dort unten Weinkeller, Schutzbunker und sogar etwas, von dem Archäeologen glauben, dass es als Kapelle benutzt wurde. Jedes Haus hatte Stiegen, die zur Höhle hinunterführten. Heute werden die Höhlen nicht mehr benutzt, sie wurden alle durch Gänge verbunden und können so von Touristen besucht werden.

mannshohe Tonkrüge für Wein



Unglaublich aber wahr - nachdem wir aus den Höhlen wieder an die Oberfläche kamen, waren wir VOR unserem Zeitplan, d.h. wir mussten auf den Bus warten. Das Problem bei der Sache ist allerdings, dass es, sobald man aus Valencia rauskommt, irre kalt wird. Obwohl Requena nur eine Stunde entfernt liegt, hat es dort etwa 10 Grad weniger. Wir froren also ziemlich und versuchten uns kurz in einer Seidenmanufaktur - bzw. dem Museum, das daraus gemacht wurde, aufzuwärmen. Hat nicht ganz funktioniert, aber immerhin verging die Zeit ein bisschen schneller.

Zum Glück hat der Busfahrer auf der Fahrt zurück nach Valencia nicht die Klimaanlage eingeschaltet und wir konnten alle im warmen schlafen. :)

Freitag, 25. November 2011

Thanksgiving

Vor ein paar Wochen habe ich ein Mädchen aus den USA und einen Kanadier kennen gelernt. Die beiden wohnen zusammen hier in Valencia und haben beschlossen Thanksgiving zu feiern, auch wenn sie nicht zu Hause sind. Sie haben ein paar Leute eingeladen und in die Einladung geschrieben, jeder soll etwas zu essen mitbringen.

Also ging ich brav einkaufen um Salate (passend zum traditionellen Thanksgiving-Truthahn) zu machen. Zwei Kilo Orangen schälen, drei Kilo Erdäpfel, wow, das war wirklich anstrengend. Im Endeffekt kam aber superleckerer Orangen bzw. Kartoffelsalat heraus, auf die ich schon ein bisschen stolz war :)

Nachmittags fuhr ich dann zu Alexandra, um ihr bei den Vorbereitungen zu helfen. Ein 10kg Truthahn musste gebändigt werden, jede Menge anderes noch hergerichtet werden.

Darf ich vorstellen, das ist (bzw. war) Bob, im Hintergrund sieht man kleine Minitörtchen mit Süßkartoffeln.

Bald kamen die ersten Gäste, das Buffet war bereits aufgebaut und jeder brachte noch mehr Essen. Es waren Leute aus etwa15 verschiedenen Ländern da, für viele war es das erste Thanksgiving. So auch für mich.

Die Salate und Beilagen bevor der Ansturm an Gästen (mit noch mehr Essen) kam
Alex hat mir vorher schon gesagt, dass das ihr Lieblings-Feiertag ist, weil es dabei nur darum geht, mit Menschen, die man gerne hat zusammenzusitzen und zu essen. Keine Geschenke, keine Weihnachtslieder. So war es dann auch. In Küche und Wohnzimmer waren überall Leute mit Essen auf den Tellern, die sich unterhielten und Spass hatten. Ich hab so viele verschiedene Sachen gegessen und alle waren ausgezeichnet!

Meine Jungs und ich - 3 Kanadier, ein Deutscher und ich mittendrunter :)
Warum haben wir so einen Feiertag nicht?

Donnerstag, 24. November 2011

Andalucia Trip Teil 4: Malaga

Zu Beginn einmal - wer die Teile 1 -3 nicht gelesen hat oder noch einmal auf die Karte schauen möchte, wo sich Malaga befindet, hier der Link dazu:
http://maps.google.com/maps/ms?hl=de&ie=UTF8&oe=UTF8&msa=0&msid=211243305541793198722.0004b23ea184741b1f5d6

Wir verbrachten zwei Nächte in Malaga. Als ich das erste Mal unser Zimmer im Hostel betrat traute ich meinen Augen nicht - das war tatsächlich ein Hostel, wie man es aus Filmen kennt. Fünf Metallstockbetten, Spinde, zwei Waschbecken im Zimmer und ein kleines Bad mit Toilette und Dusche. Stop! Ein Bad für 10 Mädchen? Wie soll denn das Bitte in der Früh funktionieren? Oder wenn wir uns zum Ausgehen fertig machen wollen?

Ich muss gleich vorweg sagen: Leicht wars nicht. Es gibt leider Damen, die nicht wissen, wie man sich benimmt, wenn man nach anderen nach Hause kommt. (Ja richtig - ich habs mal eine Nacht geschafft nicht die letzte daheim zu sein :))

Abgehen davon war Malaga eine sehr süße Stadt. Die Innenstadt bestand aus vielen kleinen gepflasterten Gassen, wie wir sie auch schon in den anderen Städten gesehen haben. Abends leuchteten viele kleine Cafes und Bars, die Leute saßen noch draußen und aßen gemütlich ihre Tapas. In der Nacht, wenn die Cafes schließen tauchen plötzlich lauter Discos und Musiklokale auf, die meisten von ihnen nicht für mehr als 100 Leute gemacht. Stress spürt man in dieser Stadt nur, wenns ums Autofahren geht. Wehe man wagt es als Fußgänger beim Umschalten der Ampel auf Rot noch nicht fertig über den Zebrastreifen gegangen zu sein. Dann wird man sofort angehupt und beinahe angefahren!

Da es in Malaga selbst nur sehr kleine Discos gibt, hat ESN Malaga in einer Disco etwas außerhalb eine Party für den ersten Abend organisiert. Mit Bussen wurden wir hingebracht. Zuerst dachten wir, wir können, wenn wir müde sind wieder ein Taxi zurück zum Hostel nehmen. Diese Idee haben wir recht schnell wieder verworfen, als der Bus mit uns 20 Minuten über die Autobahn gefahren ist. Laut GPS waren wir über 35km von Malaga weg. Egal, es ist sich sehr gut ausgegangen einen der organisierten Busse wieder zurück zu nehmen.


Was haben wir sonst noch von Malaga gesehen? Leider nicht sooo viel, da es sehr stark geregnet hat. Kurz haben wir uns die Kathedrale und das Kolosseum angesehen und sind durch die Straßen spaziert.




Ein weiteres Highlight war ein Abendessen zu dritt (natürlich nicht von ESN organisiert). Das erste Mal seit längerem wieder in Ruhe was gesundes essen. Wir waren in einem vegetarischen Restaurant, das unglaublich gute Salate hatte und zur Vorspeise gab es Brot mit Aufstrich. Noch dazu endlich mal KEIN Baguette, sondern selbstgemachtes, dunkles Brot! (unglaublich, dass man das erst zu schätzen weiß, wenn man es nicht mehr hat)

Am Tag der Heimreise fuhren wir in der Früh nach Jaén. Ich weiß nicht, warum ESN genau diese Stadt ausgesucht hat. Viel gab es dort nicht zum Ansehen, außer wieder mal einer großen Kirche. Ein Mädchen aus Mexiko hatte so einen Stift mit, mit dem man sich die mexikanische Flagge aufmalen kann. Zum Glück ist die Grün-Weiß-Rot. d.h. mit ein bisschen Geschick kann man auch eine Österreichische draus machen. Also outeten wir drei Österreicher (Manu, Sebastian und ich) uns:


Weitere sechs Stunden im Bus und wir waren endlich wieder in Valencia. Insgesamt war die Reise 1850 Buskilometer und etliche weitere zu Fuß lang. (das entspricht etwa drei Mal der Strecke Wien-Bregenz)

Ich war richtig froh wieder daheim zu sein und mein Zimmer alleine für mich zu haben. Trotzdem muss ich sagen, die Reise war sehr cool, ich habe viele neue Freunde kennengelernt und mich ein bisschen in den Süden Spaniens verliebt. :)

Mittwoch, 23. November 2011

Andalucia Trip Teil 3: Gibraltar

Zu Beginn einmal - wer den Teil 1 oder Teil 2 nicht gelesen hat oder noch einmal auf die Karte schauen möchte, wo sich Gibraltar eigentlich befindet, hier der Link dazu:
http://maps.google.com/maps/ms?hl=de&ie=UTF8&oe=UTF8&msa=0&msid=211243305541793198722.0004b23ea184741b1f5d6

An dieser Stelle auch noch ein Hinweis: Ja, man kann sich die Fotos auch in größer ansehen - einfach mal auf ein Foto klicken und schauen, was passiert! :)

Am dritten Tag fuhren wir zeitig weg um uns außer Landes zu begeben. Ja, Gibraltar gehört nicht zu Spanien, sondern ist britisches Hoheitsgebiet. Das heißt, es gibt eine Passkontrolle, einen eigenen Flughafen und siehe da - plötzlich spricht man wieder Englisch! In Spanien ist es ja nicht üblich, dass Menschen auch Englisch sprechen - sogar Leute in meinem Alter, die studieren, plagen sich ein paar Sätze auf Englisch herauszubringen.

Bewaffnet mit Regenschirmen und -jacken machten wir uns vom Bus (der die Grenze nicht überqueren durfte) auf über die Grenze. Die Kontrolle hat sich eigentlich darauf beschränkt, einen Pass herzuzeigen. Das Foto oder die Nationalität war dem lieben Herren, der in seinem Häuschen sehr frierend ausgesehen hat, egal. Dann wurden wir in Busse gesetzt, die uns herumführen sollten. In dem Moment, als ich wieder was von Bussen hörte, war ich sehr glücklich. Ich konnte zwar nach den zwei Stunden anreise nicht mehr sitzen, wollte aber noch weniger durch den strömenden Regen laufen.

Fun Fact: Gibraltar hat einen kleinen Flughafen. Allerdings haben sie so wenig Platz (und kaum gerade Flächen), dass sie die Landebahn direkt neben den Grenzübergang legen mussten. Die Hauptstraße verläuft also einmal quer über die Landebahn. Sobald ein Flugzeug starten oder landen möchte, wird der Verkehr angehalten, der Pilot macht seinen Job und nachher dürfen die Autos die Bahn überqueren.

Der Busfahrer - "Charlie" - war ein typischer Brite: Akzent, Humor und Aussehen passten perfekt. Wir fuhren durch die kleine Stadt und auf den Berg. Trotz Windes stiegen wir beim Leuchtturm aus und versuchten Afrika zu sehen. In dem Moment war das leider nicht möglich, da dichter Nebel die Sicht stark beeinträchtigte. Aber wir wussten, dass es nicht weit weg ist :)

Manu, Sebastian (Graz) und ich - die Österreichfraktion des Trips trotz dem Sturm!
Dann ging es ein Stückchen weiter den Berg hinauf zu einer Höhle. Zuerst dachte ich mir "ok, schön, die wollen nicht nur Touristen wegen den Affen, sondern haben auch noch eine Höhle, toll". Nach dem betreten musste ich aber feststellen, dass die Höhle richtig super war! Nicht nur riesengroß, sondern auch mit seeehr vielen Stalagmiten und -titen. Hier ein paar Bilder davon (diesmal war sogar fotografieren erlaubt! =)):




als wir aus den Höhlen herauskamen begrüßten uns sogleich ein paar Affen. jipie, genau die wollte ich sehen. Ich hatte schon Angst, dass sie sich verstecken, weil es noch immer leicht geregnet hatte, aber anscheinend war ihnen das egal. Charlie hatte uns zuvor im Bus erklärt, was es mit den Affen auf sich hat: Sie wurden als Haustiere von den Afrikanern mitgenommen und als die Briten Gibraltar erobert hatten, wurden die ehemaligen Besetzer vertrieben, die Affen jedoch blieben. Sie sind so etwas wie ein Wahrzeichen und definitiv eine Touristenattraktion. Die wichtigste Regel jedoch: Ein Mensch darf die Affen nicht anfassen (sie können unter anderem beißen oder Sachen klauen) der Affe jedoch hat die Freiheit Menschen zu berühren. =)

Wir posierten also mit den Tieren und die Busfahrer zeigten uns, wie sie mit ihnen umgehen (man muss nur genügend Nüsse einstecken haben). In der Zeit klarte der Himmel etwas auf und wir konnten tatsächlich bis nach Afrika sehen. Da hinten, unter der Wolke - etwa 20km entfernt befindet sich die Nordspitze von Marokko:



da schaut er, wie gut ich das kann :)



Nachher hatten wir noch ein bisschen Zeit ehe wir zurück nach Malaga fahren mussten, also suchten wir uns ein kleines "Fish and Chips" Restaurant und aßen genau diese Spezialität. Ich muss sagen - es hat echt gut geschmeckt!

Dienstag, 22. November 2011

Andalucia Trip Teil 2: Cordoba

Zu Beginn einmal - wer den Teil 1 nicht gelesen hat oder noch einmal auf die Karte schauen möchte, wo sich Cordoba eigentlich befindet, hier der Link dazu:
http://maps.google.com/maps/ms?hl=de&ie=UTF8&oe=UTF8&msa=0&msid=211243305541793198722.0004b23ea184741b1f5d6

Fun Fact:
Wenn man als Österreicher "Cordoba" hört und ein bisschen Ahnung von Fußball hat, fällt einem sofort das legendäre Länderspiel 1978 zwischen Österreich und Deutschland ein, das Österreich mit 3:2 gewann. Aus diesem Spiel stammt auch das berühmte Zitat "I wer narisch!!!" von Edi Finger. 
Da muss ich gleich einen wichtigen Punkt klarstellen: Die WM 1987 fand in Argentinien statt, nicht in Spanien. Viele spanische Städte haben allerdings die gleichen Namen, wie südamerikanische, daher kann es hier leicht zu Verwechslungen kommen.

Genug Geografieunterricht für heute - was haben wir in Cordoba gemacht? Wir haben uns die berühmte Mezquita und den alten Stadtteil rundherum angesehen. Es war superlustig mit den neu gewonnen Freunden herumzulaufen. Da wir aber alle aus verschiedensten Ländern stammen und unsere Spanischkenntnisse teilweise katastrophal sind, haben wir uns auf Englisch unterhalten. Dadurch hab ich gleich mal einiges von meinem Spanisch wieder vergessen. :)

Das sind "wir" (Österreicher, Polen, Spanier, Amerikaner, Franzosen und Italiener):

Die Mezquita (مسجد) selbst ist sehr interessant gewesen, weil sie einen lange Geschichte hat. Früher wurde sie als Moschee benutzt (in der maurischen Epoche Spaniens), ehe sie in eine Kirche umgewandelt wurde, als die Spanier die Stadt für sich beanspruchten und die Herrschaft der Araber zu Ende ging.

Von innen sieht das Gebäude weder nach Moschee, noch nach Kirche aus. Es gibt nur in kleinen Nieschen an den Wänden religiöse Symbole, der Rest sieht eigentlich aus, wie eine große Halle mit jeder Menge Säulen.



Nachher spazierten wir noch ein bisschen durch die Straßen auf der Suche nach Essbarem. Leider fiel uns für die kurze Zeit, die wir zur Verfügung hatten nichts besseres als Burger King ein, der gleich in der Nähe war. Was wir nicht wussten, war, dass die liebe Dame an der Kasse so ziemlich für alles zuständig war - Bestellungen aufnehmen, Burger bauen, Getränke befüllen und kassieren ... naja, da freut man sich umso mehr auf sein Essen, wenn man auch noch 10 Minuten darauf warten muss. That's Spain ...

Am Weg zurück zu den Bussen überquerten wir eine große Brücke, die aus der selben Zeit, wie die Mezquita stammt um noch ein paar schöne Bilder machen zu können:


Wir verbrachten keine Nacht in Cordoba, sondern fuhren gleich weiter nach Malaga, wo wir unser Quartier für die nächsten zwei Nächte hatten.

Morgen: Affen, Höhlen und Briten in Gibraltar!

Montag, 21. November 2011

Andalucia Trip Teil 1: Granada

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag trafen wir uns vor der Uni um einen Ausflug nach Andalusien zu machen. Organisiert wurde das ganze von ESN (= Erasmus Student Network). Insgesamt fanden sich knapp 160 Personen und ein paar Koordinatoren ein, die auf drei Busse aufgeteilt wurden. Die erste Station war Granada, das sich etwas mehr als 500 km weiter südwestlich von Valencia befindet.

Für alle, die nicht genau wissen, wo die Städte liegen, hier die Reiseroute:
http://maps.google.com/maps/ms?hl=de&ie=UTF8&oe=UTF8&msa=0&msid=211243305541793198722.0004b23ea184741b1f5d6

Die erste Nacht verbrachten wir also im Bus. Bei weitem nicht die komfortabelste Art zu schlafen. Zum Glück hatte ich mir vorher einen kleinen Polster und eine Fleecedecke besorgt. In Granada angekommen brachten uns die Busse gleich zur Alhambra, einer Stadtburg, die sich auf einem Hügel neben der Stadt befindet. Verschiedenste Gebäude und Baustile prägen das Bild der Burg, wobei ein arabischer Einschlag sehr leicht zu erkennen ist.

Hier ein paar Bilder davon:



Von dem gegenüberliegenden Hügel kann man die Alhambra wunderschön als ganzes bewundern, in der Nacht auch noch schön beleuchtet:




Im Anschluss fuhren wir zu unserem Hostel und nahmen an einer kleinen Stadtführung teil. Granada unterscheidet sich gewaltig von Valencia. Es ist eine sehr hügelige Stadt, kleine Häuser sind wunderschön weiß verputzt und rundherum befinden sich gepflegte Gärten und Parks. Zwischen den Häusern spaziert man über enge gepflasterte Gassen mit sehr entzückenden kleinen Geschäften. Leider hatten wir viel zu wenig Zeit uns alles genauer anzusehen.

 

Abends war ein gemeinsames Tapas-Essen auf der Liste. Leider hatten sich die Koordinatoren im Vorhinein nicht überlegt wo und wie sie 160 Leute füttern sollen ... Also liefen wir erst etwas ziellos durch die Straßen und froren (Granada liegt für spanische Verhältnisse sehr hoch), ehe wir uns in kleine Gruppen aufteilten und Bar-Hopping machten. D.h. eine Bar - ein Getränk plus Tapa, dann wechselt man in die nächste Bar. War eine nicht wirklich durchdachte Aktion, aber gut - wir sind ja in Spanien, da darf man nicht zu viel Wert auf Organisation und Produktivität legen.

Morgen gibts den Beitrag über die nächste Station der Reise: Cordoba